NEXUS Collective

Transdiciplinary Art & Conscious Practices

Das NEXUS (1) Collective ist im Jahr 2024 aus einer gemeinsamen Gestaltungslust und dem Antrieb entstanden, gesellschaftliche Verhältnisse neu zu denken. Wir erkunden, wie gemeinschaftliche kreative Prozesse dazu beitragen können, bestehende Normen zu hinterfragen und neue, alternative Wirklichkeiten zu entwerfen und zu vermitteln. Denn wir empfinden den dominierenden Realitätsentwurf als erdrückend und ausbeuterisch.

Das Ziel des NEXUS Collective ist es, eine offene Plattform für junge, kreativschaffende Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen zu schaffen, um sich zu verbinden und voneinander zu lernen. Durch die transdisziplinäre Zusammenarbeit von Menschen, die sowohl projektbasiert als auch langfristig miteinander wirken, sollen eine Vielzahl an Projekten entstehen. Als Kollektiv lernen wir kontinuierlich dazu und entwickeln uns im Austausch miteinander weiter.

Diese Webseite entwickelt sich organisch zu einem lebendigen Archiv und einem Raum für den Austausch von Ideen und kreativen Impulsen. Mit einem transdisziplinären und ganzheitlichen Ansatz sollen vielseitige Einblicke in zentrale kulturelle, soziale und ökologische Fragen unserer Zeit ermöglicht und unerwartete Verbindungen zwischen Themen, Ideen und Praktiken angeregt werden.

Basel/Zürich 2024

(1) Nexus kommt aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie; Zusammenhang, Verbindung, Verflechtung, zusammenknüpfen,
Netzwerk.


Wie schmecken Geister?

20. März 2026, Wettsteinhäuschen BS

Die interaktive Ausstellung hat im Rahmen der Bachelorarbeit von Mira Mercan und Fabienne Schoch stattgefunden:

In der Ausstellung geht es darum, mikrobiotischem Leben Beachtung zu schenken, ihre Unverzichtbarkeit und unser eigenes Verwobensein mit ihnen zu thematisieren. Nur weil wir sie nicht sehen können, sind wir trotzdem Tag täglich von ihnen umgeben und untrennbar mit ihnen verbunden. Ungefähr die Hälfte der Zellen in unserem Körper sind menschlich, die restlichen gehören anderen winzigen Organismen, die sich unseren Körper und vor allem unseren Darm teilen. Dieses veränderte Selbstverständnis stellt unsere anthropozentrischen, westlichen Vorstellungen eines klar abgegrenzten, autonomen Menschen infrage.

Dieses Denken versuchen wir hier im Wettsteinhäuschen anzuregen. Durch eine mehrteilige, grösstenteils essbare Rauminstallation während der Frühlingstagundnachtgleiche wollen wir dazu auffordern, stehenzubleiben, sich umzuschauen, mit dem ganzen Körper und allen Sinnen wahrzunehmen, und mit sich und anderen Kreaturen (oder nach Haraway: Critters) in Beziehung zu treten.

Die Fermentation nimmt in der Ausstellung eine zentrale Rolle ein. Denn sie kann multisensorisch erfahrbar machen, was dem menschlichen Auge verborgen bleibt. Die transformative Wirkung der Mikroorganismen wird durch die Veränderung im Geschmack und in der erhöhten Verträglichkeit der Nahrungsmittel spürbar.

Die bei der Fermentation stattfindende mikrobielle Zersetzung findet auch ausserhalb von Einmachgläsern statt und ist für das Entstehen und Verschwinden von Leben unverzichtbar. Zerfall ist als ein zentralerer Baustein zyklischer Prozesse zu verstehen, da neue Formen des Werdens ermöglicht werden, statt ein Endpunkt eines linear verlaufenden Zeitstahls. 

Zerfall bezeichnet für uns ausserdem einen transformierenden Vorgang, der soziale Praktiken der Fürsorge, des Teilens und des gemeinsamen Lernens unterstützt. Uns ist es wichtig, Verstrickungen als Grundvoraussetzungen für Leben aller Art, entgegen einer darwinistischen «one against all»-Ideologie, zu verstehen.

Geister = mehr-als-menschliche Protagonist:innen von Geschichten, durch die Ökosysteme entstehen und wieder verschwinden.

Mira Mercan, Fabienne Schoch